fotokunstbremen versteht sich als Forum für Fotografie in Bremen. Durch Ausstellungen und Veranstaltungsreihen der beteiligten Einrichtungen, Künstlerinnen und Künstler, Fotojournalistinnen und -journalisten wollen wir Kooperationen fördern, den Diskurs über Fotografie in unserer Stadt stärken und den Bedeutungswandel des Mediums veranschaulichen.



fotokunstbremen
Detlef Roth
Ele Hermel
Bernd Neumann

 

 

 

Impressum | Archiv | Kontakt

Anja Engelke

                                                                                                      © Anja Engelke

Die Fotografie ist das Medium unserer modernen Zeit. Parallel zur Industrialisierung entwickelte sich die Fotografie, und lange bestimmten technische Entwicklungen über Glasplatten, Negativ, Objektive und immer präzisere feinmechanische Kameras die Welt des fotografischen Fortschritts. Diese Fotografie nennen wir heute “analoge“. Abgelöst oder fast abgelöst wurde sie durch die digitale Fotografie, wieder parallel zur digitalen Revolution unserer Lebenswelt.
Heute werden täglich Millionen von Fotos hergestellt, ausgedruckt, mit kleinen oder größeren digitalen Kameras oder mit Smartphones. Fotografie ist einfacher geworden. Blende, Belichtungszeit, Filmempfindlichkeit gehören der Vergangenheit an – nicht für die Profis, aber für die Allgemeinheit. Und schlecht sind die Bilder nicht unbedingt. Entscheidend ist der Blick des Fotografen, damals wie heute.


Wie kommt es, dass die Fotografie nach wie vor das Medium unserer Zeit ist, eigentlich milliardenfach gesättigt. Das fotografische Medium ist eine Zeitmaschine, die den Wandel festhält, und darin eine Beständigkeit bewahrt – wie wir uns sehen, wie wir leben, wie wir uns ändern, wie Bilder gemacht werden, wie wir die Bilder selbst und die Welt interpretieren. Die Kraft des stillen Bildes ist geblieben, sogar als einzelnes vermag es im Augenblick die Welt festzuhalten. Unabhängig von der technischen und massenhaften Entstehung filtert sich Qualität in der Fotografie. Und sie findet sich in allen Genren der Fotografie – dokumentarisch, inszeniert, szenisch, situativ, künstlerisch. Das fotografische Bild behauptet sich als globale Kommunikationsform, und somit auch als Zeitmesser unserer Welt, unserer Lebenswelten und entsprechend unserer Bildwelten. So begleiten wir selbst unseren Wandel, aus Profi- wie aus Laienhand. Bilder ohne Ende. Wir können das als Reichtum sehen, was vielleicht andere als Niedergang empfinden. Jeder Druck auf den Auslöser schafft Vergangenheit, die wir offenbar unendlich fortschreiben.

Die Vielfalt der fotografischen Lösungen spiegelt sich in den Ausstellungen der beteiligten bremischen Einrichtungen wider. Von der klassischen Schwarzweißfotografie in künstlerischer Dokumentation von Julia Baier bis zu der Installation an den Rändern zur Malerei in der GaDeWe; von der s/w Ukrainischen Nacht in der Galerie K´ bis zur Frage des Ursprünglichen in “Flora und Fauna“ von der Gruppe GFF; von Casparis dokumentarischer Fotografie über Riga im Wallsaal der Zentralbibliothek bis zu den Ewigen Augenblicken der Daguerreotypien in der Galerie der Arbeitnehmerkammer; von den Fotokünstlerbüchern Manfred Försters im Zentrum für Künstlerpublikationen / Weserburg bis zum Fotoprojekt der HfK-Masterstudenten „Crisis – What Crisis“ über Athen; und von der ewigen fotografischen Auseinandersetzung des Paares “privat – öffentlich“ in der galerie mitte bis zu den Fotoreportagen der nun nicht mehr vergessenen Bremer Fotografin Jutta Vialon im Staatsarchiv sowie bei Radio Bremen; von der Untersuchung der zunehmenden Bilddarstellung auf Monitore durch die Ausstellung von Marie Angeletti im Künstlerhaus Bremen bis zur Sachfotografie über die “Entdeckung der Dinge” im Wagenfeld-Museum. Komplettierend gibt es ein Programm mit Vorträgen, Gesprächen, Fotoprojektionen und Musik, einen klassischen Lichtbild-Vortrag, außerdem ein Tages-Fotoshooting “sich portraitieren lassen” im Antiquariat Seitenblick. Diesmal dabei auch Bremerhaven mit der Galerie am Neuen Hafen sowie der Galerie149.

2011 haben wir fotokunstbremen ins Leben gerufen. Ausstellungen, Präsentationen und Gespräche zur Fotografie werden zu einer Veranstaltungsreihe zusammengestellt, die jeweils während des Herbstes für circa 3 Monate stattfindet und dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm rund um das Thema Fotografie bietet. Die Idee ist, der Fotografie zu mehr Öffentlichkeit und Sichtbarkeit zu verhelfen. fotokunstbremen will den Diskurs über Fotografie in Bremen stärken und den Bedeutungswandel des Mediums veranschaulichen. Das Prinzip dabei: die Veranstalter, Museen, Fotografen und Galerien gestalten autonom ihr Programm. fotokunstbremen bündelt die Angebote zu einem Herbst-Fotografieangebot und gesellt dazu Vorträge, Gespräche und andere Präsentationen. Jedes Jahr entsteht so eine wechselnde Veranstaltungsgemeinschaft, die den Austausch über Fotografie belebt. fotokunstbremen versteht sich als Plattform. Wir fördern die Kooperationen unter Einrichtungen aus Bremen und aus der Region.

Aus dem fotokunstbremen-Team ist 2014 Ulrich von Behr ausgeschieden, er hat wesentlich zum Gelingen und Bestehen von fotokunstbremen beigetragen. Für die nächste Zeit haben wir einen Zweijahresturnus von fotokunstbremen angepeilt, was uns eine längere Vorlaufszeit ermöglichen wird.

Wir freuen uns, wenn Sie die Plattform fotokunstbremen durch Ihre Besuche bereichern.
Detlef Roth, Ele Hermel, Bernd Neumann